Ein ganz besonderes Fühlpaket

Bei Online-Beratungen mache ich meinen KundInnen immer ein Fühlpaket fertig, denn das Anfassen und Erkunden der Windeln gehört für mich einfach zu einer Stoffwindelberatung dazu. Nun habe ich ein für mich sehr besonderes Fühlpaket gepackt, denn es ist so weit: es findet ein Gespräch mit dem AWB Emsland statt!

Vielleicht erinnert ihr euch – zusammen mit Sabrina habe ich einen Offenen Brief geschrieben, der einen Stoffwindelzuschuss oder zumindest die Nennung von Stoffwindeln als Alternative zu Einwegwindeln anstoßen sollte. Ich freue mich sehr auf das Gespräch und habe extra meine niedlichsten Windeln rausgesucht, auch wenn ich natürlich zusätzlich mit echten Argumenten glänzen möchte 😉

Offener Brief zum Stoffwindelzuschuss

Sehr geehrtes Team des Abfallwirtschaftsbetriebes,

Sehr geehrte Verwaltungen und Kommunen,

Wir treten heute mit einer Bitte an Sie heran: Zeigen Sie jungen Familien mehr Möglichkeiten zur Müllvermeidung im Sinne der Nachhaltigkeit auf!

In der Satzung des AWB Emsland ist in Paragraf 4 die Abfallberatung festgeschrieben. Dort heißt es, dass Sie über die Möglichkeiten der Müllvermeidung informieren müssen. Ein nicht zu vernachlässigender Anteil des anfallendes Restmülls ist Windelmüll. Dieser ist vermeidbar und fällt erst seit einigen Jahrzehnten überhaupt an!

Stoffwindeln vermeiden nicht nur viel schwer recyclebaren Müll, sie sind auch gesünder fürs Kind, da sie atmungsaktiv sind. Moderne Stoffwindelsysteme sind außerdem unkompliziert in der Anwendung und kinderleicht zu waschen. Ein großes Aber sind allerdings für manche Familien die Anschaffungskosten. Diese sind zwar über die gesamte Wickelzeit gesehen meist niedriger als die Kosten, die über denselben Zeitraum für Einwegwindeln anfallen würden – doch muss der Betrag eben auf einmal aufgebracht werden und nicht verteilt über zwei bis drei Jahre.

Ein Zuschuss für Familien, die mithilfe von Stoffwindeln Schätzungen zufolge 400kg Windelmüll pro Jahr und Kind einsparen, ist in unseren Augen ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen den Windelmüll und für mehr Nachhaltigkeit. Viele Kommunen und Abfallwirtschaftsbetriebe haben bereits Zuschüsse eingeführt, in Österreich ist dies sogar die Norm.

Die Zukunft der Kinder liegt in unseren Händen. Wir sollten gewissenhaft mit dieser Verantwortung umgehen und auch Kommunen und Abfallwirtschaftsbetriebe können ihren Teil dazu beitragen. Darum fordern wir Sie auf, sich mit Stoffwindeln als Müllvermeidungsmöglichkeit auseinanderzusetzen und im besten Fall nicht nur darüber zu informieren, sondern auch einen finanziellen Anreiz in Form eines Zuschusses auf den Weg zu bringen.

Wir stehen Ihnen für Fragen und Gespräche gern zur Verfügung,

Sabrina Betzer, Windelfrei- und Artgerecht-Coach

Mascha Abeln, Soziologin und Stoffwindelberaterin

Windelzuschuss: was tut die Politik für Familien?

#Stoffwindeln sparen Müll, soviel ist Fakt. Viele Kommunen unterstützen deshalb schon bei der Anschaffung mithilfe eines Zuschusses oder anderen Massnahmen.

Vor allem in Süddeutschland gibt es das schon häufiger, bei uns im #emsland und generell im Norden ist das Angebot noch ziemlich mau. Ich arbeite dafür, dass sich das ändert – Stoffwindeln mögen zwar mit höheren Erstkosten daherkommen, langfristig kann man aber sogar deutlich sparen – dazu ein andermal mehr. Mit einem Zuschuss können Kommunen Stoffwindeln für alle erschwinglich machen, denn klar ist auch: nicht jeder kann das, was er ansonsten über lange Zeit sowieso für Windeln ausgeben würde, auf einmal aufbringen.

Generell muss sich mehr tun in Sachen Familienpolitik, damit Eltern ihre Kinder so aufziehen können, wie sie es sich wünschen – je nach Familie auch ohne Fremdbetreuung ab dem 1. Geburtstag, weil viele von da an wieder arbeiten MÜSSEN, um ihre Wohnung zu bezahlen.

Was wünscht ihr euch an Veränderungen in der Politik?