Babyschlaf und Hamsterrad

In den vergangen Tagen wurde auf Social Media viel über Schlaftrainings und wie Babys denn nun zu schlafen haben gesprochen. Es gab einen regelrechten Shitstorm gegen Schlaftrainings. Auch in mir löste die Diskussion etwas aus.

Babys sind die ursprünglichste Form des Menschen, die wir in unserem Land finden können. Wir Erwachsenen, in einem reichen, westlichen Land sozialisierte Menschen, uns sind unsere Instinkte fremd geworden. Wir leben ein Leben im Hamsterrad aus Erwerbsarbeit, Carearbeit und all den Erwartungen, die beide mit sich bringen. Wenn ein Baby bei uns einzieht, steht unsere Welt plötzlich still. Und dann ist es an uns, zu entscheiden:

Lasse ich mich auf dieses Baby ein, auf seine Ursprünglichkeit? Oder renne ich weiter und erwarte, dass sich mein Baby schnellstmöglich auch an dieses System, an mein bisherige Leben, anpasst?

Auf den ersten Blick ist diese Frage für mich klar: ich möchte mich auf mein Kind einlassen. Ich möchte ihm alles geben, was es braucht. Aber dann… die Erwartungen. Das alte Leben, der Standard, der finanziert werden will.
Die Frage ist nicht einfach. Die Frage kann wehtun. Und auch für was ihr euch dann entscheidet – so oder so, kann zeitweise anstrengend sein, sich falsch anfühlen. Und dann könnt ihr neu entscheiden. Immer und immer wieder, jeden Tag aufs Neue, können wir uns entscheiden. Aus Erfahrungen lernen und merken, dass wir etwas anderes wollen. So oder so.

Seid euch sicher: Ihr werdet es nicht allen recht machen. Wichtig ist, dass ihr wisst, wem ihr es wirklich recht machen wollt. Der heilen Social Media Welt? Euren ArbeitgeberInnen? Euren (Schwieger-)Eltern? Euren Nachbarn? Oder euch als Familie, als Mutter?

Fragen über Fragen – und die Antworten findet ihr nur bei euch.

Stoffwindeln… sind alte Bekannte!

In Deutschland hielt die Wegwerfwindel ihren Einzug erst im Jahr 1973. Inzwischen werden täglich über 8 Millionen Einwegwindeln genutzt – und weggeworfen!

Davor waren Stoffwindeln an der Tagesordnung – fragt ruhig mal Bekannte, die vor oder um 1973 gewickelt haben könnten!
Damals nutzen die Familien einfache Mull-Windeln aus Baumwolle, auch die heute wieder aufkommenden Strickbindewindeln gab es. Die Auswahl ist heute natürlich viel größer – und ständig kommen neue Windelmodelle und Anbieter dazu. Da kannst du schnell den Überblick verlieren.

Kennst du Wickel-Geschichten von „früher“? ich freu mich, sie zu hören!

Achja… Corona-Blues, und du so?

Die Pandemie hat uns Fest im Griff. Aber was bedeutet das eigentlich? Ist die Situation wirklich so „schlimm“ oder können wir vielleicht sogar etwas Gutes daraus ziehen?

Ein Plüschaffe mit einer Strickwindel an hängt an einem Regal, in dem Bücher stehen. Im unteren Regalfach sind einige Stoffwindeln zu sehen.
Aktuell meistens arbeitslos: mein Stoffwindel-Model

Zugegeben, zwischendurch fällt auch mir die Decke auf den Kopf und hin und wieder frage ich mich, wie es finanziell weitergehen soll und kann. Was hilft mir da raus? Ganz einfach: eine gesunde Portion Optimismus und das Wissen, dass wir in einem Sozialstaat leben. Hier läuft ganz sicher nicht alles richtig und fair ab, Reiche werden immer reichen und so weiter. Aber tatsächlich könnte es uns allen noch viel, viel schlechter gehen. Klingt blöd? Ja, ich weiß. Aber irgendwie muss ich mich motivieren, oder? Noch viel wichtiger als der „Sozialstaat“ ist mir sowieso etwas ganz anderes. Selbst wenn es hart auf hart kommen würde, was kann schon passieren? Haus verkaufen, verkleinern, zurückstecken? Und wenn schon. Was wirklich zählt, und auch das hat diese Pandemie eindrucksvoll bewiesen, sind Beziehungen.

Also, diese Zeit wird vorbeigehen – und wir haben die Chance, diese Zeit für unsere engsten Beziehungen zu nutzen. Und auch, wenn wir von manchen Menschen aktuell getrennt sind, so können wir doch Kontakt aufnehmen. Eine Karte schreiben, gemeinsam mit den Kindern ein Bild malen und es der Oma schicken oder einfach mal anrufen. Auch eine Email geht – und manchmal wird aus einer simplen Kontaktaufnahme ein tiefgründiges Gespräch oder ein regelmäßiges Online-Treffen.

Ja, auch ich möchte, dass wieder „mehr geht“ – aber solange es eben nicht geht, möchte ich das beste daraus machen und die geschenkte Zeit genießen.

Wie geht es euch? Habt ihr heute schon versucht, das Positive zu fokussieren?

FAQ: die häufigsten Fragen beim Einstieg in die Stoffwindelwelt

Von so gut wie jeder Kundin und auch in den sozialen Medien werden einige grundlegende Dinge gefragt, die in der Beratung besprochen werden und sich teilweise aber erst in der Wickel-Praxis final beantworten lassen, da sich jedes Eltern-Kind-Paar natürlich auch unterscheidet. Trotzdem möchte ich die häufigsten Fragen hier einmal beantworten. Bitte seht meine Antworten als Möglichkeit und Anregung, nicht als fixe, endgültige und umfassende Fakten. Denn wie schon gesagt: Situationen sind individuell und die Problemlösung ist ein weites Feld für uns Beraterinnen.

Solltet ihr Probleme haben, dann scheut euch nicht, eine Beratung anzufragen. Oft stehen dem erfolgreichen Wickeln nur Kleinigkeiten im Weg, die das geschulte Auge einer Stoffwindelberaterin schnell ausmachen kann.

Aber nun los zu den Top 3 der Fragen an Stoffwindelberaterinnen:

Wie viele Windeln/Einlagen brauche ich?

Das kommt ein wenig auf dich und deine Situation an. Grob gesagt, mit Material für 20-25 mal Wickeln kommen die meisten gut klar.

Wie bekomme ich die Windel auslaufsicher?

Mit der richtigen Saugmaterialkombination (Booster unten, schnell saugende Stoffe am Po) und der richtigen Technik! Die Windel muss natürlich auch gut sitzen, darf nicht zu groß sein (das kommt häufig bei Neugeborenen vor). Mehr zur Technik hier – und in der persönlichen Beratung. Dort erfährst du auch, worauf du bei der Windelauswahl achten musst, damit sie am Ende gut sitzen.

Wie wasche ich die Windeln?

Bei 60 Grad, nur mit Vollwaschmittelpulver (wegen der Sauerstoffbleiche) und am besten mit einem extra Spülgang vorneweg. Wenn du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, kannst du eine Vorwäsche ausprobieren. Falls Flecken nicht rausgehen: leg die Windeln in die Sonne zum Trocknen! Zum Waschen bekommst du in einer Stoffwindelberatungen noch mehr Infos und Fakten, die dir nicht nur beim Waschen, sondern auch bei der Problemanalyse helfen werden. Das Thema Waschen ist tatsächlich recht komplex, auch wenn man es gut auf die genannten Punkte herunterbrechen kann. Falls es zu Problemen kommt, die Windeln müffeln oder sonstiges: wende dich an eine Stoffwindelberaterin, die kann meist sehr schnell helfen.

Einen Überblick übers Waschen gebe ich ausserdem in diesem Beitrag.

Klartext: Was kosten Einwegwindeln?

Oft heißt es, Stoffwindeln seien teuer in der Anschaffung. Aber was kosten eigentlich Wegwerfwindeln?

Hast du dir schon ausgerechnet, was dich Einwegwindeln kosten?

Es ist nämlich so: Stoffwindeln müssen nur einmal gekauft werden und können dann, abgesehen von Newborn-Windeln, meist die gesamte Wickelzeit genutzt werden. Je nach Kind sind das im Regelfall mindestens zwei, nicht selten drei Jahre. In der Anfangszeit werden Babys rund 11 mal am Tag gewickelt, mit der Zeit wird es etwas seltener.

Rechnen wir doch einfach mal: Bei günstigen Windeln der Drogerie-Eigenmarken landen wir immerhin bei etwa 600 Euro, die wir über drei Jahre Wickelzeit ausgegeben haben. Möchten wir den Marktführer nutzen, sind es bei 36 Monaten schon rund 1500 Euro. Ökowindeln kosten uns sogar etwa 3000 Euro! Und was bleibt? Ein Haufen Windelmüll, der erst nach ca. 450 Jahren zersetzt ist.

Was zeigt uns das? Selbst wenn wir günstig einkaufen, können wir uns von der ausgegebenen Summe zahlreiche Stoffwindeln kaufen. Die günstigsten Systeme liegen schon bei rund 200 Euro für ein Komplettset! Und diese Windeln können dann beispielsweise bei den Geschwistern weitergenutzt werden – oder über Kleinanzeigenmärkte im Internet verkauft werden.

An dieser Stelle kommt oft ein Argument, das bis vor einiger Zeit sogar noch großes Gewicht hatte: 200-600 Euro auf einen Schlag auszugeben, kann sich nicht jeder leisten. Aber selbst, wenn ihr euch die Stoffwindeln nicht zur Geburt schenken lassen könnt oder es anders löst, zahlreiche Shops bieten inzwischen Ratenzahl-Möglichkeiten, zum Beispiel über Paypal oder Klarna, an.

Ihr habt Lust bekommen, auch mit Stoff zu wickeln, wisst aber nicht, welches System das richtige für euch (und euren Geldbeutel?) ist? Ich berate euch gern individuell und gehe auf Wunsch auch tiefer auf finanzielle Aspekte ein.

Ist Einwaschen wirklich nötig?

Oft wird gesagt, Stoffwindeln bzw. die dazugehörigen Saugeinlagen müssen etwa 10 mal gewaschen werden, bevor sie ihre eigentliche Saugleistung erreichen.

Grundsätzlich ist es richtig, dass eine neue Windel nicht direkt super saugt – das liegt an der Verarbeitung und enthaltenen Ölen und betrifft vor allem Naturmaterialien wie Baumwolle, die vielmals für Prefolds verwendet wird.

Aber muss man wirklich 10 mal waschen, bevor man eine Windel nutzen kann?

Dazu ein ganz klares „Nein“. Warum? Es bringt viel mehr, neue Saugeinlagen oder Stoffwindeln über Nacht in Wasser „einzulegen“, als sie mehrfach zu waschen. So haben die Fasern nämlich viel mehr Zeit und mehr Wasser zur Verfügung, um sich so richtig gut vollzusaugen und aufzustellen. Der einfachste Weg ist es also, neue Windeln direkt eine Nacht in Wasser einzuweichen und dann einmal zu waschen (das sollte mit neuen Textilien ja sowieso passieren). So ist die Windel direkt startklar und sofort auch sehr saugfähig – von der ganzen Energie, die ansonsten unnötigerweise beim Waschen verwendet worden wäre, mal ganz abgesehen.

Das Leben mit Stoffwindeln kann so einfach sein – außer wir machen es uns schwer!

Mein Tipp: Mit einer erfahrenen Stoffwindelberatung haben Eltern eine feste Ansprechpartnerin auch nach der eigentlichen Beratung, die bei Problemchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Man kann schließlich nicht alles wissen, dafür haben wir Beraterinnen eine Ausbildung gemacht, um Eltern zu unterstützen.

Stoffwindelberatung: Neues Angebot für Familien im Emsland

Um Eltern und Interessierten, die den Nachhaltigkeitsgedanken, aber auch die gesundheitlichen Vorteile und die ansehnliche Optik der Stoffwindel ansprechend finden, die Entscheidungsfähigkeit für das passende Windelsystem zu geben, bietet die Harenerin Mascha Abeln seit Juli 2020 Stoffwindelberatungen an.

Neben Einzel- und Paarberatungen sind in Zukunft auch Workshops und „Stoffwindelparties“ geplant. In allen Formaten können Kursteilnehmer/innen unterschiedliche Stoffwindelsysteme anfassen und ausprobieren, lernen die zahlreichen Materialien und Marken kennen und erfahren, welche Vorteile die Stoffwindel gegenüber der Einwegwindel neben ökologischen noch hat. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Eltern und Angehörige, die Beratungen zum Beispiel zur Geburt verschenken, sondern bewusst auch an Vereine, Institutionen sowie Einrichtungen im Kinder- und Jugendbereich, bei denen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum eine Rolle spielen. 

Warum Stoffwindelberatung?

Das besondere Plus bei Hinzunahme einer zertifizierten Beraterin ist, dass sie nicht nur alle Informationen zu Passform, Materialien, Lagerung und Waschen gebündelt parat hält, sondern auch als langfristige Ansprechpartnerin beim Wickeln begleitet: „Oft sind es Kleinigkeit wie die Nutzung von zu wenig oder ungeeignetem Waschmittel, die Eltern zum Verzweifeln bringen – da schaffe ich mit meinem geschulten Auge Abhilfe, ohne dass selbst nach dem Grund des Problems geforscht werden muss. Die Beantwortung von Fragen im Nachgang gehört für mich zur Beratung dazu.“, so die Stoffwindelberaterin.

BU: Etwa 90 Minuten dauert eine grundständige Stoffwindelberatung, bei der Interessierte von Mascha Abeln zahlreiches Anschauungsmaterial an die Hand bekommen.

Windelzuschuss: was tut die Politik für Familien?

#Stoffwindeln sparen Müll, soviel ist Fakt. Viele Kommunen unterstützen deshalb schon bei der Anschaffung mithilfe eines Zuschusses oder anderen Massnahmen.

Vor allem in Süddeutschland gibt es das schon häufiger, bei uns im #emsland und generell im Norden ist das Angebot noch ziemlich mau. Ich arbeite dafür, dass sich das ändert – Stoffwindeln mögen zwar mit höheren Erstkosten daherkommen, langfristig kann man aber sogar deutlich sparen – dazu ein andermal mehr. Mit einem Zuschuss können Kommunen Stoffwindeln für alle erschwinglich machen, denn klar ist auch: nicht jeder kann das, was er ansonsten über lange Zeit sowieso für Windeln ausgeben würde, auf einmal aufbringen.

Generell muss sich mehr tun in Sachen Familienpolitik, damit Eltern ihre Kinder so aufziehen können, wie sie es sich wünschen – je nach Familie auch ohne Fremdbetreuung ab dem 1. Geburtstag, weil viele von da an wieder arbeiten MÜSSEN, um ihre Wohnung zu bezahlen.

Was wünscht ihr euch an Veränderungen in der Politik?

Was willst du deinem Kind mitgeben?

Hast du dir selbst schonmal ganz bewusst überlegt, welche Werte dir wichtig sind? Was du deinem Kind mit auf den Weg geben willst? Und vielleicht sogar, wie?

Manches passiert ganz automatisch. Einfach, indem wir vorleben, weisen wir schon eine Richtung. Wenn wir uns über unsere Rolle als Vorbild Gedanken machen und reflektieren, fällt uns vielleicht auf, dass Manches, was wir tun, uns selbst gar nicht so gut gefällt – so wollen wir nicht gesehen werden und so wünschen wir uns kein Vorbild. Andererseits fällt uns so vielleicht auch auf, wie wir mit Kleinigkeiten grossen Einfluss nehmen können. Authentisch zu sein ist dabei immer die Hauptsache – unseren Kindern machen wir nichts vor. Sei also immer du selbst – auch, wenn du manchmal aneckst.