Der Familienraum in Haren ist eröffnet!

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Annika Kirchner hat ihren Familienraum in der Boschstrasse in Haren eröffnet und ich darf Teil des Teams sein. Gemeinsam mit drei weiteren Frauen bieten wir euch Kurse und Workshops zu den verschiedensten Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und mehr – denn auch in der Baby- und Kleinkindzeit sind wir für euch da.

Ihr könnt meine Kurse und Workshops zu den Themen Stoffwindeln und Stillen einfach online buchen. Ich freue mich auf euch!

Stillen schenkt uns Vertrauen in unseren Körper!

Es ist ein kleines Wunder: Muttermilch entsteht einfach, wenn sie gebraucht wird. 🤰🏼

Die Biologie dahinter ist komplex und wir möchten gerne alles durchschauen, was nicht immer leicht ist. Stillen hat darum auch viel mit Vertrauen in den eigenen Körper zu tun, an dem es heutzutage leider oft mangelt. Umso krasser ist das Gefühl, wenn wir uns darauf einlassen und unser Wunderwerk von Körper seine Arbeit machen lassen.

Wir ernähren unser Kind – einfach so! Mit unseren Brüsten! Verständlich, dass es vielen schwer fällt, darauf zu vertrauen, schließlich ist das wirklich eine verrückte Sache.

Vertrauen und Selbstliebe sind einerseits eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche #Stillbeziehung, anderseits verhilft das Stillen auch zu mehr Selbstliebe und Vertrauen in einen selbst, wenn man merkt: ich kann das!

Natürlich kann ein Baby auch ohne Stillen gesund aufwachsen und es gibt Gründe, darauf zu verzichten. Aber ich finde persönlich, dass etwas nicht nur daran scheitern sollte, dass wir (oder unser Umfeld!) es uns nicht zutrauen.

Habt ihr vielleicht Sorge, dass das Stillen nicht klappen könnte, wünscht es euch aber? Dann meldet euch für meinen Stillvorbereitungskurs in Haren an!

Termin: Stillworkshop ab Juli

Du möchtest stillen und dich gut darauf vorbereiten, um im Trubel der Geburt nicht erst eine Suchmaschine nutzen zu müssen?

Mit meinem Stillvorbereitungskurs für Schwangere bist du auf der sicheren Seite! An vier Abenden besprechen wir in gemütlicher Runde, was wichtig ist.

  • Wie entsteht Muttermilch?
  • Welchen Einfluss hat unser Lebensstil auf unsere Milch?
  • Welche Mythen, Vorurteile und „gute Ratschläge“ können uns begegnen?
  • Was darf ich essen und trinken?
  • Welche Stillpositionen gibt es und welche passt zu welcher Situation?

Das und einiges mehr wird Thema sein., mehr Infos findet ihr auch hier. Auch Platz für Fragen gibt es.

Der Kurs findet in Haren-Emmeln statt am 26. Juli, 2. August, 11. August und 16. August um jeweils 19 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt 70 Euro, die auch Getränke, Snacks und ein Skript beinhalten.

Anmeldungen ab sofort unter emsbaby@web.de. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung!

Windelfrei, was soll das denn sein?

Das hab ich mich lange gefragt und hab das Thema als „übertrieben“ abgetan. Mein Sohn war 7 Monate alt, als ich doch Zeit und Muße fand,mich mit dem Thema „windelfrei“ auseinanderzusetzen. Ich höre Podcasts und dachte nur „das kann doch gar nicht so einfach klappen!“

Noch während des Hörens fasste ich den Entschluss, es direkt nach dem Aufwachen – der kleine schlief grade ausnahmsweise mal – auszuprobieren. Schließlich war das ja eine der sagenumwobenen Standardsituationen. Und ob ihrs glaubt oder nicht (mir fiels selbst schwer!): er machte Pipi über der Toilette als ich ihn dann drüber hielt!

Ich war fasziniert und machte so weiter, dass ich ihn dann, wenn’s grade passte passte, über die Toilette hielt. Es dauerte nicht lange und das Morgenhäufchen landete zuverlässig im Klo statt in der Windel. War das cool! 😍

Wir starteten also mit ca. 7 Monaten und es lief echt gut! Wir nahmen es locker, boten vor allem nach dem Schlafen an und freuten uns jeden Morgen über ein Häufchen im Potty. Ein paar Monate lief das so und wir waren zufrieden, wir erwarteten kein trocken werden oder Ähnliches. Kurz nach seinem 1. Geburtstag wurde unser Sohn krank und musste letztlich ein Antibiotikum nehmen. Wie das mit Antibiotika so ist – es gab Durchfall 💁🏻‍♀️

Ich griff dann in dieser Phase zu Einwegwindeln, weil ich ansonsten einfach täglich hätte waschen müssen. Und als der Kleine wieder gesund war, hatte er jegliches Gefühl für seine Ausscheidungen verloren – die Einwegwindeln waren ja immer trocken, es gab kein Feedback mehr, wenn er urinierte. Wir wickelten wieder ganz normal und es dauerte fast ein Jahr, bis wir wieder „Erfolge“ auf dem Töpfchen feierten. Ihr könnt es euch vielleicht vorstellen: im Nachhinein hätte ich lieber zwei Wochen lang täglich gewaschen 🤷🏻‍♀️

Was ich daraus gelernt habe:

Windelfrei geht nebenbei und ohne dogmatisch zu sein.

Und: Stoffwindeln sind die perfekte Unterstützung beim Trockenwerden und beim Thema Ausscheidungskommunikation. 🥰

Praktiziert ihr (Teilzeit-)Windelfrei?

Babyschlaf und Hamsterrad

In den vergangen Tagen wurde auf Social Media viel über Schlaftrainings und wie Babys denn nun zu schlafen haben gesprochen. Es gab einen regelrechten Shitstorm gegen Schlaftrainings. Auch in mir löste die Diskussion etwas aus.

Babys sind die ursprünglichste Form des Menschen, die wir in unserem Land finden können. Wir Erwachsenen, in einem reichen, westlichen Land sozialisierte Menschen, uns sind unsere Instinkte fremd geworden. Wir leben ein Leben im Hamsterrad aus Erwerbsarbeit, Carearbeit und all den Erwartungen, die beide mit sich bringen. Wenn ein Baby bei uns einzieht, steht unsere Welt plötzlich still. Und dann ist es an uns, zu entscheiden:

Lasse ich mich auf dieses Baby ein, auf seine Ursprünglichkeit? Oder renne ich weiter und erwarte, dass sich mein Baby schnellstmöglich auch an dieses System, an mein bisherige Leben, anpasst?

Auf den ersten Blick ist diese Frage für mich klar: ich möchte mich auf mein Kind einlassen. Ich möchte ihm alles geben, was es braucht. Aber dann… die Erwartungen. Das alte Leben, der Standard, der finanziert werden will.
Die Frage ist nicht einfach. Die Frage kann wehtun. Und auch für was ihr euch dann entscheidet – so oder so, kann zeitweise anstrengend sein, sich falsch anfühlen. Und dann könnt ihr neu entscheiden. Immer und immer wieder, jeden Tag aufs Neue, können wir uns entscheiden. Aus Erfahrungen lernen und merken, dass wir etwas anderes wollen. So oder so.

Seid euch sicher: Ihr werdet es nicht allen recht machen. Wichtig ist, dass ihr wisst, wem ihr es wirklich recht machen wollt. Der heilen Social Media Welt? Euren ArbeitgeberInnen? Euren (Schwieger-)Eltern? Euren Nachbarn? Oder euch als Familie, als Mutter?

Fragen über Fragen – und die Antworten findet ihr nur bei euch.

Ist Einwaschen wirklich nötig?

Oft wird gesagt, Stoffwindeln bzw. die dazugehörigen Saugeinlagen müssen etwa 10 mal gewaschen werden, bevor sie ihre eigentliche Saugleistung erreichen.

Grundsätzlich ist es richtig, dass eine neue Windel nicht direkt super saugt – das liegt an der Verarbeitung und enthaltenen Ölen und betrifft vor allem Naturmaterialien wie Baumwolle, die vielmals für Prefolds verwendet wird.

Aber muss man wirklich 10 mal waschen, bevor man eine Windel nutzen kann?

Dazu ein ganz klares „Nein“. Warum? Es bringt viel mehr, neue Saugeinlagen oder Stoffwindeln über Nacht in Wasser „einzulegen“, als sie mehrfach zu waschen. So haben die Fasern nämlich viel mehr Zeit und mehr Wasser zur Verfügung, um sich so richtig gut vollzusaugen und aufzustellen. Der einfachste Weg ist es also, neue Windeln direkt eine Nacht in Wasser einzuweichen und dann einmal zu waschen (das sollte mit neuen Textilien ja sowieso passieren). So ist die Windel direkt startklar und sofort auch sehr saugfähig – von der ganzen Energie, die ansonsten unnötigerweise beim Waschen verwendet worden wäre, mal ganz abgesehen.

Das Leben mit Stoffwindeln kann so einfach sein – außer wir machen es uns schwer!

Mein Tipp: Mit einer erfahrenen Stoffwindelberatung haben Eltern eine feste Ansprechpartnerin auch nach der eigentlichen Beratung, die bei Problemchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Man kann schließlich nicht alles wissen, dafür haben wir Beraterinnen eine Ausbildung gemacht, um Eltern zu unterstützen.

Stoffwindelberatung: Neues Angebot für Familien im Emsland

Um Eltern und Interessierten, die den Nachhaltigkeitsgedanken, aber auch die gesundheitlichen Vorteile und die ansehnliche Optik der Stoffwindel ansprechend finden, die Entscheidungsfähigkeit für das passende Windelsystem zu geben, bietet die Harenerin Mascha Abeln seit Juli 2020 Stoffwindelberatungen an.

Neben Einzel- und Paarberatungen sind in Zukunft auch Workshops und „Stoffwindelparties“ geplant. In allen Formaten können Kursteilnehmer/innen unterschiedliche Stoffwindelsysteme anfassen und ausprobieren, lernen die zahlreichen Materialien und Marken kennen und erfahren, welche Vorteile die Stoffwindel gegenüber der Einwegwindel neben ökologischen noch hat. Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Eltern und Angehörige, die Beratungen zum Beispiel zur Geburt verschenken, sondern bewusst auch an Vereine, Institutionen sowie Einrichtungen im Kinder- und Jugendbereich, bei denen Nachhaltigkeit und bewusster Konsum eine Rolle spielen. 

Warum Stoffwindelberatung?

Das besondere Plus bei Hinzunahme einer zertifizierten Beraterin ist, dass sie nicht nur alle Informationen zu Passform, Materialien, Lagerung und Waschen gebündelt parat hält, sondern auch als langfristige Ansprechpartnerin beim Wickeln begleitet: „Oft sind es Kleinigkeit wie die Nutzung von zu wenig oder ungeeignetem Waschmittel, die Eltern zum Verzweifeln bringen – da schaffe ich mit meinem geschulten Auge Abhilfe, ohne dass selbst nach dem Grund des Problems geforscht werden muss. Die Beantwortung von Fragen im Nachgang gehört für mich zur Beratung dazu.“, so die Stoffwindelberaterin.

BU: Etwa 90 Minuten dauert eine grundständige Stoffwindelberatung, bei der Interessierte von Mascha Abeln zahlreiches Anschauungsmaterial an die Hand bekommen.

Stoffwindeln für Anfänger #3: Gründe für Stoffwindeln

Umwelt:

Wegwerfwindeln verweilen mehrere Jahrhunderte auf diesem Planeten. Und danach sind sie noch immer nicht weg, sondern existieren als Mikroplastikpartikel weiter.

Gesundheit:

immer wieder kommt es vor, dass Stoffe in Plastikwindeln gefunden werden, die nicht an die Haut unserer Kinder gehört. Allein der Geruch vieler Wegwerfwindeln sollte uns zu denken geben.

Wertschätzung:

indem wir uns mit dem Thema beschäftigen und Windeln nicht mehr als Wegwerfware betrachten, geben wir dem ganzen eine völlig neue Bedeutung, schätzen, was wir nutzen, wert und nehmen uns Zeit für das Waschen, aber auch das Wickeln an sich. Hiervon profitieren auch unsere Wickelkinder.

Vorbildfunktion:

die genannten Gründe präsent zu machen und uns im Alltag für Dinge einzusetzen, macht uns zu Vorbildern für unsere Kinder.

Windelpopo:

der Stoffwindelpo ist ein Argument für sich!

Stoffwindeln für Anfänger #2: Waschen

Stoffwindeln waschen – wirklich so kompliziert? 

Nein, eigentlich gar nicht! Hier ein paar Tipps, wie es ganz unkompliziert läuft.

1. Windeleimer mit altem Kissenbezug: So kann man die dreckigen Windeln einfach inklusive Kissenbezug in die Waschmaschine werfen und verhindert, dass unterwegs was wegfällt oder ähnliches! 

2. Das richtige Programm wählen: 60 Grad, zusätzliches Spülen und Vorwäsche sind für langfristig frische Windeln Pflicht. Bei unserer Maschine heißt der zusätzliche Spülgang „Pet Hair Removal“ – klingt komisch, ist aber so. Im Zweifelsfall einfach mal die Bedienungsanleitung eurer Maschine im Internet suchen. 

3. Das richtige Waschmittel und die richtige Dosierung: Es sollte immer ein (enzymfreies) Vollwaschpulver verwendet werden – dieses hat einfach eine bessere Reinigungsleistung als Flüssiges oder auch Buntwaschmittel. Auch zu viel Waschmittel ist kontraproduktiv: wenn das Produkt nicht komplett vom Wasser aufgenommen werden kann, bleiben Reste zurück, die Bakterien magisch anziehen. 

4. Hartnäckige Flecken: Zusätzlich kann Sauerstoffbleiche (die in Vollwaschmittel auch in vorhanden ist) verwendet werden, wir haben dafür zum Beispiel Fleckensalz zuhause, um das Vollwaschmittel hin und wieder zu unterstützen. Und was immer hilft: feuchte Windeln in die Sonne zum Trocknen! 

Bei mir klappt es so seit gut 16 Monaten ohne muffelige Einlagen und auch die PUL-Überhosen halten das aus. Theoretisch reicht es für die aber auch, bei der normalen Kleidung bei 30 Grad mitgewaschen zu werden. Wer also Sorge hat, kann die Überhosen ruhig kälter waschen.

Und die Tipps zeigen: es braucht gar nicht viel und vor allem keine speziellen Produkte, um Stoffwindeln zu waschen!

Stoffwindeln für Anfänger #1: Systeme

Am Anfang ist die Welt der Stoffwindeln erschlagend. Verschiedene Systeme mit merkwürdigen Namen, zahllose Anbieter und die unterschiedlichsten Materialien verlangen, dass wir uns entscheiden – dabei muss man doch erstmal einen Überblick gewinnen! Aus diesem Grund starte ich eine kleine Reihe mit dem Thema „Stoffwindeln für Anfänger“ – in ganz keine Häppchen unterteilt, die niemanden überfordern.

Wir fangen an mit:

Die Systeme

Für das Wickeln mit Stoff gibt es diese grobe Unterteilung in Systeme:

  • AiO – All in One – eine Windel, die das Saugmaterial bereits enthält und als Ganzes in die Wäsche kommt
  • Ai2 – All in Two – hier gibt es eine wasserdichte Überhose, in die Saugmaterial gelegt wird. Die Überhose kann mehrmals verwendet werden.
  • Ai3 – All in Three – hier ist in einer Überhose, die aus Baumwolle oder Wolle besteht, eine Innenwindel aus wasserundurchlässigem Material. In diese wiederum wird der Saugkern gelegt. Nur letzterer muss nach jedem Wickeln getauscht werden.

Wenn ihr euch diese Unterteilung einprägt, dann habt ihr schon einen Großteil des Stoffwindel-Djungels überblickt. Nummer #2 folgt bald!