Stoffwindeln sind teuer – oder?

Stoffwindeln sind teuer!

Das ist ein Satz, der relativ häufig fällt. Aber was ist dran?Stoffwindeln kosten bei der Erstanschaffung natürlich erstmal mehr, als wenn wir in die Drogerie gehen und uns nur die Einwegwindeln für die nächste Woche kaufen. ABER: über die gesamte Wickelzeit sind viele Stoffwindelsysteme sogar deutlich günstiger als Wegwerfwindeln. Was die kosten können, seht ihr in diesem Beitrag von mir.

Ihr habt Interesse an Stoffwindeln, traut euch aber noch nicht so richtig ran oder seid überfordert mit der Auswahl? Willst du wissen, welche Stoffwindeln schon mit wenig Geld zu haben sind? Meldet euch gern für eine Beratung im mittleren Emsland und darüber hinaus direkt bei mir, zum Beispiel per Mail an emsbaby(at)web.de!

Warum brauchst du eine Stoffwindelberatung?

Warum brauchst es eine Beratung, um mit Stoffwindeln zu wickeln?

Manche/r möchte einfach loslegen, so schwer kann es ja nicht sein. Schwer ist es tatsächlich nicht und auch ich bin mit Eigenrecherche und einer guten Portion „das klappt schon“ in mein Stoffwindelabenteuer gestartet. Leider bin ich damit ziemlich auf die Nase geflogen, weil das, was ich mir gekauft hatte, einfach nicht zu uns passte.

Und damit sind wir bei der Beratung: sie hätte mir nicht nur viel Zeit und Geld (ich wickle heute selbst mit einem viel günstigerem Equipment, als ich damals gekauft hatte) gespart, sondern mir auch deutlich gemacht, was eigentlich die entscheidenden Punkte bei der Auswahl des passenden Systems, der passenden Materialien usw sind.

Und ganz wichtig und häufig unterschätzt: wenn ihr im Verlauf irgendwelche Probleme habt, ist eure Stoffwindelberaterin für euch da! Und warum braucht es eine Stoffwindelberatung aber keine für Wegwerfwindeln? Gefühlt wickelt jede/r mit Einwegwindeln, jede/r hat einen Tipp oder Favoriten. Bei Stoffwindeln fehlen diese Vorbilder leider inzwischen.

Stoffwindelberatung kostet natürlich auch Geld. Warum ist das so? Ich habe eine Ausbildung gemacht und viel Zeit in das Thema gesteckt, um mein Wissen anzusammeln. Immer noch lerne ich immer wieder dazu, nehme an Fortbildungen teil und baue mein Wissen und mein Beratungssortiment aus, um meinen KundInnen auch bei Problemen im Verlauf der Wickelzeit helfen zu können. Aber weißt du was? Deine Krankenkasse gibt dir eventuell sogar etwas zurück! Frag doch einfach mal dort an.

Möchtest du auch wissen, welche Stoffwindel die richtige für dich und deine Familie ist? Welche Windel deinem Baby gut passt und welches Material sich anbietet? Dann melde dich! Ich berate markenunabhängig und auch gern bei dir zuhause – in Haren, Meppen und auch darüber hinaus. Auch eine Online-Beratung ist möglich!

Babyschlaf und Hamsterrad

In den vergangen Tagen wurde auf Social Media viel über Schlaftrainings und wie Babys denn nun zu schlafen haben gesprochen. Es gab einen regelrechten Shitstorm gegen Schlaftrainings. Auch in mir löste die Diskussion etwas aus.

Babys sind die ursprünglichste Form des Menschen, die wir in unserem Land finden können. Wir Erwachsenen, in einem reichen, westlichen Land sozialisierte Menschen, uns sind unsere Instinkte fremd geworden. Wir leben ein Leben im Hamsterrad aus Erwerbsarbeit, Carearbeit und all den Erwartungen, die beide mit sich bringen. Wenn ein Baby bei uns einzieht, steht unsere Welt plötzlich still. Und dann ist es an uns, zu entscheiden:

Lasse ich mich auf dieses Baby ein, auf seine Ursprünglichkeit? Oder renne ich weiter und erwarte, dass sich mein Baby schnellstmöglich auch an dieses System, an mein bisherige Leben, anpasst?

Auf den ersten Blick ist diese Frage für mich klar: ich möchte mich auf mein Kind einlassen. Ich möchte ihm alles geben, was es braucht. Aber dann… die Erwartungen. Das alte Leben, der Standard, der finanziert werden will.
Die Frage ist nicht einfach. Die Frage kann wehtun. Und auch für was ihr euch dann entscheidet – so oder so, kann zeitweise anstrengend sein, sich falsch anfühlen. Und dann könnt ihr neu entscheiden. Immer und immer wieder, jeden Tag aufs Neue, können wir uns entscheiden. Aus Erfahrungen lernen und merken, dass wir etwas anderes wollen. So oder so.

Seid euch sicher: Ihr werdet es nicht allen recht machen. Wichtig ist, dass ihr wisst, wem ihr es wirklich recht machen wollt. Der heilen Social Media Welt? Euren ArbeitgeberInnen? Euren (Schwieger-)Eltern? Euren Nachbarn? Oder euch als Familie, als Mutter?

Fragen über Fragen – und die Antworten findet ihr nur bei euch.

Stoffwindeln… sind alte Bekannte!

In Deutschland hielt die Wegwerfwindel ihren Einzug erst im Jahr 1973. Inzwischen werden täglich über 8 Millionen Einwegwindeln genutzt – und weggeworfen!

Davor waren Stoffwindeln an der Tagesordnung – fragt ruhig mal Bekannte, die vor oder um 1973 gewickelt haben könnten!
Damals nutzen die Familien einfache Mull-Windeln aus Baumwolle, auch die heute wieder aufkommenden Strickbindewindeln gab es. Die Auswahl ist heute natürlich viel größer – und ständig kommen neue Windelmodelle und Anbieter dazu. Da kannst du schnell den Überblick verlieren.

Kennst du Wickel-Geschichten von „früher“? ich freu mich, sie zu hören!

Achja… Corona-Blues, und du so?

Die Pandemie hat uns Fest im Griff. Aber was bedeutet das eigentlich? Ist die Situation wirklich so „schlimm“ oder können wir vielleicht sogar etwas Gutes daraus ziehen?

Ein Plüschaffe mit einer Strickwindel an hängt an einem Regal, in dem Bücher stehen. Im unteren Regalfach sind einige Stoffwindeln zu sehen.
Aktuell meistens arbeitslos: mein Stoffwindel-Model

Zugegeben, zwischendurch fällt auch mir die Decke auf den Kopf und hin und wieder frage ich mich, wie es finanziell weitergehen soll und kann. Was hilft mir da raus? Ganz einfach: eine gesunde Portion Optimismus und das Wissen, dass wir in einem Sozialstaat leben. Hier läuft ganz sicher nicht alles richtig und fair ab, Reiche werden immer reichen und so weiter. Aber tatsächlich könnte es uns allen noch viel, viel schlechter gehen. Klingt blöd? Ja, ich weiß. Aber irgendwie muss ich mich motivieren, oder? Noch viel wichtiger als der „Sozialstaat“ ist mir sowieso etwas ganz anderes. Selbst wenn es hart auf hart kommen würde, was kann schon passieren? Haus verkaufen, verkleinern, zurückstecken? Und wenn schon. Was wirklich zählt, und auch das hat diese Pandemie eindrucksvoll bewiesen, sind Beziehungen.

Also, diese Zeit wird vorbeigehen – und wir haben die Chance, diese Zeit für unsere engsten Beziehungen zu nutzen. Und auch, wenn wir von manchen Menschen aktuell getrennt sind, so können wir doch Kontakt aufnehmen. Eine Karte schreiben, gemeinsam mit den Kindern ein Bild malen und es der Oma schicken oder einfach mal anrufen. Auch eine Email geht – und manchmal wird aus einer simplen Kontaktaufnahme ein tiefgründiges Gespräch oder ein regelmäßiges Online-Treffen.

Ja, auch ich möchte, dass wieder „mehr geht“ – aber solange es eben nicht geht, möchte ich das beste daraus machen und die geschenkte Zeit genießen.

Wie geht es euch? Habt ihr heute schon versucht, das Positive zu fokussieren?

FAQ: die häufigsten Fragen beim Einstieg in die Stoffwindelwelt

Von so gut wie jeder Kundin und auch in den sozialen Medien werden einige grundlegende Dinge gefragt, die in der Beratung besprochen werden und sich teilweise aber erst in der Wickel-Praxis final beantworten lassen, da sich jedes Eltern-Kind-Paar natürlich auch unterscheidet. Trotzdem möchte ich die häufigsten Fragen hier einmal beantworten. Bitte seht meine Antworten als Möglichkeit und Anregung, nicht als fixe, endgültige und umfassende Fakten. Denn wie schon gesagt: Situationen sind individuell und die Problemlösung ist ein weites Feld für uns Beraterinnen.

Solltet ihr Probleme haben, dann scheut euch nicht, eine Beratung anzufragen. Oft stehen dem erfolgreichen Wickeln nur Kleinigkeiten im Weg, die das geschulte Auge einer Stoffwindelberaterin schnell ausmachen kann.

Aber nun los zu den Top 3 der Fragen an Stoffwindelberaterinnen:

Wie viele Windeln/Einlagen brauche ich?

Das kommt ein wenig auf dich und deine Situation an. Grob gesagt, mit Material für 20-25 mal Wickeln kommen die meisten gut klar.

Wie bekomme ich die Windel auslaufsicher?

Mit der richtigen Saugmaterialkombination (Booster unten, schnell saugende Stoffe am Po) und der richtigen Technik! Die Windel muss natürlich auch gut sitzen, darf nicht zu groß sein (das kommt häufig bei Neugeborenen vor). Mehr zur Technik hier – und in der persönlichen Beratung. Dort erfährst du auch, worauf du bei der Windelauswahl achten musst, damit sie am Ende gut sitzen.

Wie wasche ich die Windeln?

Bei 60 Grad, nur mit Vollwaschmittelpulver (wegen der Sauerstoffbleiche) und am besten mit einem extra Spülgang vorneweg. Wenn du mit dem Ergebnis nicht zufrieden bist, kannst du eine Vorwäsche ausprobieren. Falls Flecken nicht rausgehen: leg die Windeln in die Sonne zum Trocknen! Zum Waschen bekommst du in einer Stoffwindelberatungen noch mehr Infos und Fakten, die dir nicht nur beim Waschen, sondern auch bei der Problemanalyse helfen werden. Das Thema Waschen ist tatsächlich recht komplex, auch wenn man es gut auf die genannten Punkte herunterbrechen kann. Falls es zu Problemen kommt, die Windeln müffeln oder sonstiges: wende dich an eine Stoffwindelberaterin, die kann meist sehr schnell helfen.

Einen Überblick übers Waschen gebe ich ausserdem in diesem Beitrag.

Praxistipps #Ai2: Einlagen kombinieren und platzieren

„All-in-Ones sind einfach einfacher!“ – oft greifen Stoffwindel-Neulinge zu AiO-Windeln, da diese auf den ersten Blick unkomplizierter erscheinen. Ein Stück weit stimmt das auch. Aber: Überhosen und Einlagen (auch Ai2 genannt) sind ebenfalls keine Raketenwissenschaft und haben Vorteile, was die Flexibilität angeht. Beim All-in-2 System steht uns frei, wie wir die Einlagen kombinieren. So können wir super-schlanke Windelpos mit einer Mullwindeln zaubern oder ein dickes Nachtpaket mit mehreren Boostern schnüren. In der Praxis kommt es dabei leider manchmal zu Problemen, die aber sehr leicht zu beheben sind. Ich gebe euch hier zwei praktische Tipps an die Hand, mit denen ihr viele Probleme direkt umgeht!

Praxistipp Nr. 1: Die Windel läuft aus, obwohl die Einlagen noch nicht komplett nass sind!

Ein häufiges Problem beim Stoffwindel-Start. Bei neuen Einlagen kann es sein, dass die Saugfähigkeit noch nicht ganz da ist. Dann hilft euch dieser Artikel weiter. Oft ist aber das Problem, dass die Einlagen nicht bestmöglich kombiniert wurden. Langsam saugende Stoffe (Booster) gehören nach unten, schnell saugende Stoffe, die oft auch rauher und „hochflooriger“ sind, kommen direkt an den Po – so kann Pipi schnell aufgesaugt und dann weiter nach unten geleitet werden. Hier ein paar Beispielfotos:

Praxistipp Nr. 2: Die Überhose wird immer schmutzig, wenn das Kind „groß“ macht!

Erstmal: Wenn ihr mitbekommt, dass euer Kind ein Häufchen macht, dann wechselt am besten, wenn möglich, sofort die Windel. Wer liegt schon gern in seinen eigenen Exkrementen?

Damit die Überhose nicht jedes Mal gewaschen werden muss, gibt es einen einfachen Trick: Legt die Überhose gut mit Einlagen aus! So wird die Einlage beschmutzt, nicht aber die Windelüberhose. Hier noch Beispielfotos, wie es aussehen kann:

Habt ihr noch Fragen? Stellt Sie mir gern! 🙂

Klartext: Was kosten Einwegwindeln?

Oft heißt es, Stoffwindeln seien teuer in der Anschaffung. Aber was kosten eigentlich Wegwerfwindeln?

Hast du dir schon ausgerechnet, was dich Einwegwindeln kosten?

Es ist nämlich so: Stoffwindeln müssen nur einmal gekauft werden und können dann, abgesehen von Newborn-Windeln, meist die gesamte Wickelzeit genutzt werden. Je nach Kind sind das im Regelfall mindestens zwei, nicht selten drei Jahre. In der Anfangszeit werden Babys rund 11 mal am Tag gewickelt, mit der Zeit wird es etwas seltener.

Rechnen wir doch einfach mal: Bei günstigen Windeln der Drogerie-Eigenmarken landen wir immerhin bei etwa 600 Euro, die wir über drei Jahre Wickelzeit ausgegeben haben. Möchten wir den Marktführer nutzen, sind es bei 36 Monaten schon rund 1500 Euro. Ökowindeln kosten uns sogar etwa 3000 Euro! Und was bleibt? Ein Haufen Windelmüll, der erst nach ca. 450 Jahren zersetzt ist.

Was zeigt uns das? Selbst wenn wir günstig einkaufen, können wir uns von der ausgegebenen Summe zahlreiche Stoffwindeln kaufen. Die günstigsten Systeme liegen schon bei rund 200 Euro für ein Komplettset! Und diese Windeln können dann beispielsweise bei den Geschwistern weitergenutzt werden – oder über Kleinanzeigenmärkte im Internet verkauft werden.

An dieser Stelle kommt oft ein Argument, das bis vor einiger Zeit sogar noch großes Gewicht hatte: 200-600 Euro auf einen Schlag auszugeben, kann sich nicht jeder leisten. Aber selbst, wenn ihr euch die Stoffwindeln nicht zur Geburt schenken lassen könnt oder es anders löst, zahlreiche Shops bieten inzwischen Ratenzahl-Möglichkeiten, zum Beispiel über Paypal oder Klarna, an.

Ihr habt Lust bekommen, auch mit Stoff zu wickeln, wisst aber nicht, welches System das richtige für euch (und euren Geldbeutel?) ist? Ich berate euch gern individuell und gehe auf Wunsch auch tiefer auf finanzielle Aspekte ein.

Neuer Workshop-Termin im Oktober

Am 29.10. ist Stoffwindelzeit!

In einem lockeren Workshop zeige ich euch die unterschiedlichen Systeme und Materialien, wir reden über Vorteile und Unterschiede zur Wegwerfwindel und ihr erfahrt alles, was ihr zum Thema Waschen und Lagern wissen müsst. (Spoiler: auskochen war vorgestern!) Auch die gesundheitlichen Aspekte des Wickelns lassen wir nicht außen vor. Am Ende gibt es Zeit für Fragen und wir können auf eure persönliche Situation eingehen. Alles unter dem Motto: Probieren geht über studieren!

Der Workshop richtet sich an alle Interessierten. Aus Platz- und Coronagründen ist eine Anmeldung unter emsbaby@web.de erforderlich.
AGB und Datenschutzbestimmungen findet ihr unter Emsbaby.com/Impressum

Der Workshop findet von 9:30 bis 11:30 Uhr in Haren-Emmeln statt. Alle weiteren nötigen Infos bekommt ihr per Mail nach eurer Anmeldung!

Ich freue mich auf euch!

P.S.: Babys sind natürlich willkommen.

Ist Einwaschen wirklich nötig?

Oft wird gesagt, Stoffwindeln bzw. die dazugehörigen Saugeinlagen müssen etwa 10 mal gewaschen werden, bevor sie ihre eigentliche Saugleistung erreichen.

Grundsätzlich ist es richtig, dass eine neue Windel nicht direkt super saugt – das liegt an der Verarbeitung und enthaltenen Ölen und betrifft vor allem Naturmaterialien wie Baumwolle, die vielmals für Prefolds verwendet wird.

Aber muss man wirklich 10 mal waschen, bevor man eine Windel nutzen kann?

Dazu ein ganz klares „Nein“. Warum? Es bringt viel mehr, neue Saugeinlagen oder Stoffwindeln über Nacht in Wasser „einzulegen“, als sie mehrfach zu waschen. So haben die Fasern nämlich viel mehr Zeit und mehr Wasser zur Verfügung, um sich so richtig gut vollzusaugen und aufzustellen. Der einfachste Weg ist es also, neue Windeln direkt eine Nacht in Wasser einzuweichen und dann einmal zu waschen (das sollte mit neuen Textilien ja sowieso passieren). So ist die Windel direkt startklar und sofort auch sehr saugfähig – von der ganzen Energie, die ansonsten unnötigerweise beim Waschen verwendet worden wäre, mal ganz abgesehen.

Das Leben mit Stoffwindeln kann so einfach sein – außer wir machen es uns schwer!

Mein Tipp: Mit einer erfahrenen Stoffwindelberatung haben Eltern eine feste Ansprechpartnerin auch nach der eigentlichen Beratung, die bei Problemchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Man kann schließlich nicht alles wissen, dafür haben wir Beraterinnen eine Ausbildung gemacht, um Eltern zu unterstützen.