Wie geht „Gewaltfreie Kommunikation“?

DIe GfK ist eine Methode, die aus vier Schritten besteht. Ziel des ganzen ist es, so zu kommunizieren, dass Widerstände und Gegenangriffe sich erübrigen. 

Warum gewaltfrei?

Wir sprechen im Alltag oft unbewusst mit einer gewissen Gewalt: Wir bewerten (Du bist,… Du willst mich einfach nicht verstehen!), analysieren unser Gegenüber, ohne in ihn oder sie hineinschauen zu können und weisen Schuld zu und vor allem sind wir oft schlecht darin, unsere Bedürfnisse zu äußern, sondern erwarten, dass unsere GesprächspartnerIn auch so versteht, was wir wollen. Die GfK greift genau diese Punkte auf:

  1. Beobachtung: In Schritt eins geht es darum, die Fakten zu sehen und unsere Beobachtungen mitzuteilen.
  2. Gefühl:… um dann in Schritt 2 zu erklären, wie wir uns dadurch fühlen.
  3. Bedürfnis: Im dritten Schritt soll das Bedürfnis genannt werden, das die Situation in uns weckt.
  4. Bitte: Um dann im letzten Schritt zur Bitte zu kommen, die wir konkret äußern.

Marshall B. Rosenberg, der die Methode „erfunden“ hat, fasst es so zusammen: Wenn ich sehe, dass du A tust, fühle ich B, weil ich das Bedürfnis nach C habe. Deshalb bitte ich dich, D zu tun. Wie wäre das für dich?

Und nun in die Praxis: Wie funktioniert GfK mit Kindern?  

Nehmen wir das Thema Aufräumen: „Dein Zimmer liegt so voll, dass ich den Boden kaum sehe. (Beobachtung) Ich mache mir Sorgen, hier auf etwas zu treten und mich dabei zu verletzten oder es kaputt zu machen. (Gefühl). Ich fände es gut, wenn zumindest der Boden frei ist, damit du und ich gefahrlos durch das Zimmer kommen. (Bedürfnis) Ich bitte dich, das Spielzeug in die Kisten zu räumen, dann wird es einfacher für uns beide, etwas zu finden. (Bitte)“

Wichtig dabei: wir bewerten nicht die Handlung des anderen! Wir weisen keine Schuld zu und würdigen niemanden herab, sondern konzentrieren uns darauf, wie eine Veränderung möglich sein könnte. 

Gewaltfreie Kommunikation ist natürlich kein Allheilmittel, aber gelebt kann sie viel bewirken und vor allem in der Kommunikation mit anderen Erwachsenen, die sehr viel Gewalt in Ihrer Kommunikation nutzen, kann sie geradezu entwaffnend wirken.

Ganz wichtig finde ich auch: wir müssen die GfK nicht perfektionieren, wir dürfen auch mal explodieren – aber wir dürfen dann auch reflektieren und uns gegebenenfalls entschuldigen, wenn wir unser Verhalten im Nachhinein nicht mehr vertreten können. 

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